Stadtgeschichte

N/A: Cestovní ruch

Die reiche Geschichte der königlichen Stadt Uherské Hradiště reicht in uralte Zeiten zurück. Lange bevor sie gegründet wurde, hatten das milde Klima und der hiesige fruchtbare Boden günstige Bedingungen fürs Besiedeln dieser Gegend gebildet. Die archäologischen Funde aus der Region belegen das Leben der Urmenschen seit dem Altpaläolithikum. An Handelswegen, die das Gebiet von Nord nach Süd, von West nach Ost durchkreuzten, entstand im 8. und 9. Jahrhundert ein sinnreiches Insel-Befestigungssystem. Drei ursprünglich leere Inseln im Fluß March (Morava) wurden zu Beginn des 9. Jahrhunderts vom slawischen Volk besiedelt, wobei eine derzeit bedeutende Rolle die sog. St.Georg-Insel spielte, die ihren Namen nach der darauf gestandenen Kapelle trug. Das auf dem heutigen Gebiet – Staré Město, Uherské Hradiště und Sady (Derfle) gelegene Siedlungsgelände gehörte zweifellos zu den großmährischen Zentren. Auf dem ziemlich kleinen Gebiet waren Verwaltungsmacht, Handwerksbetrieb, Handel sowie der religiös-kulturelle Bereich konzentriert. Nach dem Untergang des Großmährischen Reiches war die Bedeutung dieses Zentrums für lange Zeit verlorengegangen. Im 13. Jahrhundert wurde Südostmähren zur Zielscheibe häufiger feindlicher Angriffe. Auf Pfaden und durch Furten drangen die feindlichen Einheiten vor und plünderten das fruchtbare mährische Land. Zu jener Zeit nahm die strategische Bedeutung der sich in der Nähe einer Furt befindlichen March-Insel zu. Unter den vernichtenden Angriffen hat nicht nur die Bevölkerung gelitten, sondern auch das Kloster Velehrad. Die Urkunde des Königs Přemysl Otokar II. vom 15. Oktober 1257 bezeugt, daß Ungarisch Hradisch auf dem zum Velehrader Kloster gehörenden Inselboden entstand, um nicht nur den Konvent, sondern auch die Grenze zu schützen. Die Bevölkerung der Stadt bestand aus den Ansiedlern von nahegelegenen Marktflecken, der königlichen Gemeinde Kunovice und dem Klosterbezirk Veligrad (Staré Město). Durch die zweifache Besiedlung wurde das Ansehen der Stadt beeinflußt, wobei in unmittelbarer Nähe zwei Marktansiedlungen mit je einem Marktplatz entstanden. Der grundlegende Stadtplan mag an die ursprüngliche slawische Siedlung angeknüpft worden sein, im Stadtkern wurde der fürs Mittelalter charakteristische Geometrismus eingehalten, am Stadtrand haben sich die Straßen in ihrer Formgestaltung der städtischen Befestigung angepaßt.

 

Im Wandel der Jahrhunderte hat die Stadt eine lange und komplizierte Entwicklung durchgemacht, wobei sie unter ständigen Angriffen und Kämpfen gegen die Feinde des Böhmischen Staats litt. Bereits seit seiner Entstehung wurde Uherské Hradiště mit einzelnen Abwehrsystemen fortifiziert, die systematisch vervollkommnet wurden. Den größten Aufschwung erreichte die Stadt im 15. und 16. Jh., als sie zahlreiche Privilegien und Sonderrechte eigeräumt bekam. In den folgenden Jahrhunderten wurde Uherské Hradiště zur Zielscheibe mancher feindlicher Angriffe, im 16. Jh. mußte es den Kumanenhorden, im 17. Jh. den militärischen Zusammenstößen besonders im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges, um die Wende des 17./18. Jahrhunderts den türkischen Angriffen standhalten und die mit dem preußischen Feldzug in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verbundenen Qualen ausstehen. In ihrer langen Geschichte wurde die Stadt nur ein einziges Mal, und zwar von den preußischen Truppen erobert. Vier Jahrzehnte danach hatte sie die Rolle einer Festung aufgegeben, blieb jedoch lange in den Stadtmauern eingeschlossen. Außerhalb der Stadtmauern konnte sich die Stadt erst seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts ausdehnen. Zu jener Zeit galt die Stadt als Verwaltungs-, Gerichts- und Handelszentrum der Region. Die nationale Gärung sowie der Kampf für den eigentümlichen tschechischen Charakter in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts veranlassten die Entstehung von verschiedenen nationalorientierten Vereinen und Korporationen. Im Jahre 1884 wurde in Uherské Hradiště ein Gymnasium als erste Mittelschule der Mährischen Slowakei gegründet. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs konnte sich das durch die Volkskultur und überlieferte Traditionen geprägte Kulturleben vielfältig gestalten. In jenen Jahren wurden mehrere bedeutende Gebäude erbaut, die Stadt erlebte eine rege bauliche Tätigkeit.

 

Auch nach 1918 behielt Uherské Hradiště den Charakter einer Beamtenstadt mit nur langsam zunehmender Industrie. Der zweite Weltkrieg hat der Stadt beträchtliche Schäden zugefügt. Der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit brachte den Bau von größeren Betrieben, vor allem Konserven- und Maschinenbaubetrieben mit. Durch den Zustrom von Bevölkerung und die Angliederung der benachbarten Gemeinden entstand eine umfangreiche Agglomeration, die Siedlungsstruktur entwickelte sich sehr rasch und das Stadtbild hat sich verändert.

 

Nach 1989 hat sich die Stadt, besonders deren Stadtkern verschönert. Die meisten historischen Denkmäler wurden rekonstruiert und mit Gefühl dem Bedarf einer modernen Stadt angepasst.
 

Datum der Veröffentlichung: 09.07.2010   Modified: 16.09.2010
haftbare Person: Ujčíková Jitka